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3_schwestern

tschechow:::
3_schwestern

Kostja liebt Nina, Mascha liebt Werschinin und Katerina liebt Boris. Wera liebt Beljajew. Natalja liebt Beljajew auch. Und Nina? Nina liebt Kostja nicht mehr, sondern Trigorin. Nur wen Olga liebt, das bleibt ein Geheimnis...
Vier große russische Dramen haben es uns angetan: "Drei Schwestern", "Die Möwe", "Gewitter" und "Ein Monat auf dem Land". Wir zeigen die spannendsten Momente.

Ein Abend voller Liebe, Lügen und Gewalt.

Es spielten
Juliane Kubiak, Lisa O'Conner, Emilia Smechowski, Marie Stanikowski, Mona Urban, Michael Nötzel und Maik Reichert

Regie
Sebastian Zett

Texte
Tschechow "Drei Schwestern"
Tschechow "Die Möwe"
Turgenjew "Ein Monat auf dem Land"
Ostrowski "Gewitter"

Premiere war am o5. August 2oo6 im Theater Coupé Berlin.

Der Aufbaukurs Schauspiel 2oo6
begann im April 2oo5. Wie üblich im lux brachte auch dieses Ensemble wenig Theater-Erfahrung mit. Nachdem das erste Semester mit der traditionellen Lesung abgeschlossen wurde, widmete sich die Gruppe im Winter verstärkt der Schauspieltechnik nach Stanislawski: Etüden und Improvisation standen auf dem Programm. Durch die intensive Grundlagenarbeit angespornt wuchs der Wunsch der Gruppe, sich an eine szenische Arbeit heran zu tasten. Nichts lag näher, als es mit Tschechow zu versuchen.

3_schwestern
entstand in einem Zeitraum von etwa fünf Monaten. Die Probenphase begann mit einem Stückauswahl-Wochenende im mecklenburgischen Klocksin und fand ihren Höhepunkt in der Russland-Reise kurz vor der Premiere im August 2006.
Da der Schwerpunkt bei den lux-Arbeiten immer auf dem Rollenstudium liegt, war es notwendig, jedem Studenten die Möglichkeit zu geben, eine tragende Rolle zu spielen. Aus diesem Grund wurden Szenen aus verschiedenen Stücken ausgewählt. Das Ergebnis war eine szenische Collage, deren verbindendes Moment die unerfüllte Liebe ist.

Zur Inszenierung
Die Inszenierung kam so gut wie ohne Bühnenbild aus; einziges Element waren zwei Bierkästen, die als Stuhl/Hocker/Tisch fungierten, die sich stapeln ließen, die man aber auch jmd. um die Ohren werfen konnte. Eingangssequenz bildete eine Art Catwalk, auf dem sich, von einem einsamen Spot angeleuchtet, die drei Schwestern Irina, Mascha und Olga in ihrer Zerbrechlichkeit dem Publikum präsentierten. Nach und nach enterten die anderen Figuren die Bühne, immer auf der Suche nach dem richtigen Partner, dem richtigen Zeitpunkt, dem eigentlichen Ziel.
Im ersten Teil des Programms kamen "Drei Schwestern" und "Gewitter" zum Tragen, im zweiten Teil "Ein Monat auf dem Land" und "Die Möwe". Um die verschiedenen Stücke gegeneinander abzugrenzen, wurden vier Hauptfarben in Kostüm und Licht verwandt, um die Stücke und ihre Problematik zu verbinden, gab es andererseits zwischen den Szenen verbindende Elemente aus dem Bewegungstheater.
Lux-typisch war, neben kleinen Einfällen wie z.B. ein Stück Fleisch in einer Plastiktüte als Möwe, der starke Rhythmus, von dem die Inszenierung lebte - während in manchen Szenen Texte parallel gesprochen wurden und damit einen gewissen Grad an Unruhe erzeugten, gab es auch Szenen, in denen scheinbar gar nichts passierte; so lagen z.B. an einer Stelle zwei Spieler geschlagene fünf Minuten am Boden - keine Sprache, keine Bewegung...

Theaterreise nach Russland
Aus dem Reisebericht:
"Ende Juli war es endlich soweit: die lang ersehnte Probenfahrt ins ferne Russland nahm ihren Anfang. An einem Donnerstagmorgen traf sich der Aufbaukurs in aller Herrgottsfrüh am Flughafen Schönefeld. Von dort aus ging es mit dem Flieger zunächst nach Riga. Bei sonnigem Wetter konnte die alte Hansestadt den ganzen Tag lang erkundet werden, eh es am Abend mit dem Bus weiter über Tallinn und manch abenteuerliche Strasse nach St. Petersburg ging. Ankunft dort: am anderen Morgen, genau 26 Stunden nach der Abreise. Zum Glück wartete vor Ort schon das Quartier: eine großzügige Altbauwohnung im Herzen der Millionenstadt, unweit des Newski-Prospektes. Kaum angekommen fielen alle übernächtigt in die Betten.. Vor Ort hatte die Gruppe dann vier ganze Tage, was nicht eben viel war, aber ausreichte, um sich einen Eindruck von Land und Leuten zu verschaffen und nebenher noch an den Figuren, dem Subtext und natürlich an den Szenen selbst zu arbeiten. Da die Wohnung groß genug war, konnte man sich hinten zurückziehen, während vorn in der Küche z.B. gekocht wurde. Wer nicht mit kochen dran war, konnte sich derweil auf Spurensuche in der Stadt begeben oder einfach in die Sauna abtauchen, die mit zur Wohnung gehörte. Leider war das Wetter während der ganzen Reise sehr herbstlich, doch hielt das die Truppe nicht davon ab, wenigstens am Sonntag einen Ausflug aufs Land zu machen: so wurde das Katharinenschloß in Zarskoje Selo nebst weltberühmtem Bernsteinzimmer besichtigt. Schon nach vier Tagen hieß es dann Abschied nehmen: wieder ging es mit dem Bus zurück - diesmal mit längerem Zwischenstopp in Tallinn, der estnischen Hauptstadt. Obwohl die Reise insgesamt sehr kurz war, hat sie sich doch gelohnt. Und eines steht fest: es dürfte wohl für alle nicht der letzte Besuch in St. Petersburg gewesen sein..."

Fotos

>von den Proben

>von der Probenfahrt

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